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Miro Brandenmeier

JMBG – erstes Neugeborene in BiH gestorben

Erstes Todesopfer – Mädchen ohne ID-Nummer stirbt im Krankenhaus
Erstes Todesopfer – Mädchen ohne ID-Nummer stirbt im Krankenhaus

Bosnien-Herzegowina, ein Land mit 3,8 Millionen Einwohnern. Reich an Wasser, Wälder und Bergen. Ein Mekka für Kulturfreaks und abenteuerlustige Touristen. Von dem Krieg der 1990er Jahre schwer erschüttert, befindet es sich heute in einer Situation, die mit jener aus den 1990er verglichen werden kann. Die politische Szene wird von national(istisch)en Parteien dominiert. Durch das Friedensabkommen von Dayton (1995) wurde zwar im Land der Beschuss mit Granaten und Gewehrkugeln beendet, dafür aber ein Dahinvegetieren durch das Abkommen ermöglicht.

Durch die seit 1996 anhaltenden Diskussionen auf gesamtstaatlicher Ebene, wie auch auf Entitätsebene blockieren sich die drei konstitutiven Völker sehr oft gegenseitig in der Entwicklung. Seit geraumer Zeit zieht sich ein Gesetz über die Identifikationsnummer (JMBG), mit der Sozialversicherung oder Reisedokumente erhalten werden, das innerhalb der Bevölkerung zum Wiederstand und friedlichen Demonstrationen gegen die Regierung in Sarajevo geführt hat. Seit 4. Juni 2013 stehen manchmal 50-80, manchmal hunderte und manchmal tausende Menschen vor dem Parlament Bosnien-Herzegowinas und klagen über die schlechten Lebensbedingungen in ihrem Land. Die Bewegung verbreitete sich auch über andere Städte und Gemeinden in der Föderation BiH. Alle verlangten eine schnelle Lösung bzgl. der JMBG. In der kleineren Entität von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska, gingen am 12. Juni 2013 hunderte Studierende in Banja Luka auf die Straßen, vor die Regierung der Entität und klagten über die miesen Bedingungen im Studium und die Lebensbedingungen allgemein.

In der Föderation BiH löste die traurige Geschichte eins gerade einmal vier Monate jungen Säuglings, der kleinen Belmina Ibrišević, die Protestwelle aus. Sie benötigte dringend eine Knochenmarkstransplantation, die sie nur in Uni Tübingen erhalten konnte. Neben fehlender finanzieller Mittel der Familie Ibrišević, war auch die Ausreise dem Baby nicht möglich. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer über Onlinemedien in BiH, Facebook und Twitter. Seit dem 4. Juni 2013 lassen die Mahnwachen und Demonstrationen vor dem Parlament BiH in Sarajevo nicht nach.

Unlängst habe ich in einer Diskussion auf der Universität Wien mit Kollegen über die Möglichkeit der Weckung der Zivilgesellschaft in BiH gesprochen. Denn es gibt nur drei Bereiche, mit denen sich alle Menschen in BiH identifizieren können: Gesundheit, Bildung und Kinder. Gesundheit und Bildung sind in Bosnien-Herzegowina in einem sehr schlechten Zustand. Ohne gute Ausbildung fehlen Fachkräfte für das Gesundheitssystem. Die Folgen für alle nachkommenden Generationen sind nicht absehbar. Seit zwei Wochen stehen nun zig Vereine und Organisationen Schulter an Schulter vor dem Parlament und fordern Bürgerrechte.

Was ist mit dem Kinder in Bosnien ???Es stellt sich die Frage: Wer spielt Gott und entscheidet wer leben darf und wer nicht!?

 

Nun, am 13. Juni 2013 ist das erste bekannte Opfer,wegen JMBG, ein drei Monate alter Säugling – Berina Hamidović. 

 

Seit 1996 ist durch Dayton die Entscheidungsfindung in Bosnien-Herzegowina erschwert. Die Internationale Staatengemeinschaft hat mit dem Friedensvertrag von Dayton keine Nachfolgestrategie für Bosnien-Herzegowina gehabt. Das Land driftet immer mehr ins Abseits von der Europäischen Union und ist, neben dem Kosovo, dass am schlechtesten entwickelte Land in der Region. Dayton hat, neben der Legitimierung zahlreicher Kriegsverbrechen, dem kleinen Land auch für die Zukunft Arme und Beine amputiert und so die Möglichkeit genommen sich selbst aus den Problemen zu ziehen. Daher sollten sich die Bürgen von Dayton – USARusslandDeutschland und Frankreich – die Frage stellen, wollen wir noch weiter zuschauen oder intervenieren. Heute sollte dieEuropäische Union, die für Bosnien-Herzegownia am meisten verantwortlich ist, sich mit allen 27 (28) Mitgliedsstaaten fragen: Was können wir tun und wie schnell?